Der Nascom 2 gehört zu jener Generation von Mikrocomputern, bei denen Hard- und Software noch unmittelbar erfahrbar waren. Das System startet nicht in eine grafische Oberfläche, sondern in den NAS-SYS-Monitor. Von dort lassen sich Speicherbereiche anzeigen und ändern, Programme laden oder direkt an einer Adresse starten.
Warum aber der Nascom 2 und nicht der Nascom 1 werden sich einige fragen. Ist er nicht der Urvater der Heimcomputer, der damals sogar gegen den amerikanischen Garagencomputer Apple I antreten wollte?
Der Nascom 1 war von seinen Leistungsdaten nicht viel anders als der Nascom 2, aber man hatte bei der zweiten Version viele Kinderkrankheiten behoben. Der Nascom-Bus war nun direkt auf der Hauptplatine, es musste kein eigenes Buffer-Board mehr angeschafft werden, das Timing war zuverlaessiger und es gab auch mehr Speichersockel auf der Hauptplatine. Es wurde nun auch standardmaessig das NAS-SYS 3 mit ausgeliefert. Davor gab es mit dem NASBUG ein Monitor-ROM, dass sehr viele Wünsche offen ließ.
Ein Computer zum Verstehen
Der Nascom 2 trennt seine Aufgaben klar: Der Z80 führt Programme aus, ein eigener Bereich des RAM dient als Bildschirmspeicher und ROMs stellen Monitor, BASIC und zusätzliche Werkzeuge bereit. Diese überschaubare Struktur macht das System bis heute interessant für Unterricht, Reparatur, Softwarearchäologie und eigene Experimente.
Typische Arbeitsschritte geschehen direkt im Monitor:
- Speicher ab einer Adresse anzeigen
- Bytes einzeln verändern
- Programme im NAS- oder CAS-Format laden
- Maschinencode an einer Adresse ausführen
- Microsoft BASIC starten und wieder zum Monitor zurückkehren
NAS-SYS als Ausgangspunkt
NAS-SYS ist Kommandozeile, Debugger und Betriebssystemkern in einem. Die kurze Befehlssprache erlaubt direkten Zugriff auf den Rechner. Wer heute mit dem Nascom 2 beginnt, lernt damit nicht nur eine historische Maschine kennen, sondern auch elementare Konzepte wie Adressen, Register, Speicherabbilder und Ein-/Ausgabeports.
Diese Website wird die historischen Informationen schrittweise mit Schaltplänen, Originaldokumenten und überprüften Quellen ergänzen. Technische Angaben zur FPGA-Umsetzung sind davon klar getrennt.
Vom Original zum FPGA
Die MEGA65-Umsetzung erhält den direkten Charakter der Maschine, ergänzt aber praktische Funktionen: Programme kommen von SD-Karte, Diskettenlaufwerke werden als DSK-Abbilder bereitgestellt und ein Hardwaremonitor macht den Zustand des Z80 sichtbar. Dadurch bleibt das ursprüngliche Bedienmodell erhalten, ohne auf moderne Speichermedien verzichten zu müssen.